Gehört: Timbo Flow

Vorurteile kommen ja häufig nicht von ungefähr. Sie ergeben sich aus Erfahrungswerten mit einem prägnanten Teil der Gruppe um die es geht. Trotzdem macht man es sich zu einfach, mithilfe von Klischees zu pauschalisieren. Es ist mir immer eine große Freude, Schubladen aufzuräumen und neu zu sortieren. Stichwort Hip Hop. Ich höre seitdem ich 12 bin fast ausschließlich guten deutschen Hip Hop. Wenn es allerdings darum geht, die Szene zu representen (wie es im coolen Hiphopperjargon heißt), habe ich kläglich versagt. Weder komme ich in den Raum und wedle mit meiner Hand „Yo Homie, sgeht?“, noch kratze ich mich anschließend in meinen in den Knien hängenden Schritt. Keine Street credibility, keine Gang, keine brennende Tonne im Ghetto. Eine große Enttäuschung für Freunde der Klischees.

Es geht um einen Künstler, der zwar Baggypants und weite Shirts trägt, aber weder Tourette, noch Welthass noch eine Vorliebe für Mütter hat. Er macht seit über 10 Jahren Musik, der größten Teil davon hat es nie auf ein Papier geschafft, sondern war nur für den Moment bestimmt. Diverse bierlastige Abende, Musik vom Kopf durch den Mund ins Ohr, ins Nirvana. Freestylekultur. Aber es ist tatsächlich passiert, dass Dinge aufgeschrieben wurden. Und Beats ausgesucht wurden. Und aufgenommen. Und gefeilt. Dieser Künstler liegt mir aus zwei Gründen besonders am Herzen: Erstens bin ich einfach überzeugt. Die Welt kann nicht genug gute Musik haben. Und wenn die Musik auch noch Inhalt hat, dann ist das Ding eigentlich schon entschieden. Zweitens kenne ich ihn gut und war fast die ganze Zeit bei dem Prozess der Arbeit am Mixtape dabei, habe Nächte mit Kritik und Lob verbracht und meinen kleinen Teil dazu beigetragen. Es macht mich sehr froh, dass endlich das Ergebnis verfügbar ist. Noch froher macht es mich, dass man einfach darauf zugreifen kann. Ich bin ja ein großer Fan von kostenlosen Zugriff. Geben und Nehmen. Nehmen und Freuen. Freude bedingt Geben. So macht das Spaß!

Hier geht's zum Free-Download des Mixtapes
Hier geht's zur Facebookseite

Hier noch eine Hörprobe meines Lieblingsliedes und das erste Video.


Gehört: Chris Garneau

Wenn man die Augen schließt, denkt man, man hört einer Sängerin zu, die ihre Lieder

bezaubernd

vorträgt und sich auch in den

höheren Tonlagen sicher bewegt,

während sie sich selbst auf dem Klavier begleitet. Ist im Grunde auch fast alles richtig, bis auf die Tatsache, dass die entzückende Sängerin, ein

hübscher, kleiner, zarter Sänger

ist, der stets ein bisschen

melancholisch ins Leere

starrt.

Quelle

Aber in dem Zeitalter, wo

Frauen pinkeln können wie Männer

, sollte es auch nicht erstaunlich sein, wenn

Männer wie Frauen singen können

. Emanzipation auf allen Gebieten.

Ich bin durch Zufall um diese Musikkenntnis bereichert worden, eigentlich war ich nur des Supports wegen dort,

Allie

,

hier

bereits erwähnt. Da aber

Support

und

Hauptact

sehr gut zusammenpassend zusammengestellt wurden und die

Location

(man beachte bitte meinen

Kennerslang

, ich war mit Musikmenschen dort und habe Fachgesprächen gelauscht) superschön war, mit Sitzgelegenheiten und künstlichem Sternenhimmel, war der Abend

in sich so rund

, dass man

seinen Umfang

hätte

mit Pi berechnen

können.

Gehört: Half Moon run

Die meisten Musikentdeckungen passieren aus purem Zufall. Auch meine neuste Liebe. Das große P hatte mich eingeladen, auf ein Konzert der kanadischen Band, die mir bereits als Vorband für Mumford & Sons oder als Act auf dem Dockville bekannt hätte werden können. Ist sie aber nicht. So kam ich völlig unvorbereitet in einen Genuss besonderer Größenklasse. Die vier allesamt auffällig hübschen  Jungs entführten uns in die Sphären der bemerkenswerten musikalischen Höchstleistung mit Spiel, Spaß und Spannung.

Und während ich im Publikum meine Augen nicht von der Bühne bekommen habe, unfähig noch Anderes wahrzunehmen wurde ich in meiner eingeschränkten Fähigkeit zu multitasken eines Besseren belehrt, was diese Gabe im Bezug auf n Part der Geseden männlichellschaft angeht. Denn keiner der Jungs hat neben dem permanenten Hüpfen und dem Fangen der auf die Bühne fliegenden Unterwäsche, die sich durch dessen Charisma quasi von selbst auszieht, weniger als drei weitere Aufgaben.