Jacke Gelato

Riesenkapuze! Gut geeignet für Dickköpfe. (Die Begeisterung in meinen Augen, ist dem Wetter geschuldet)

Riesenkapuze! Gut geeignet für Dickköpfe. (Die Begeisterung in meinen Augen, ist dem Wetter geschuldet)

Hallo lieber Herbst

Erinnerst Du an ein Programm von einer der mich mäßig bis gar nicht begeisternden Witzfiguren der deutschen Medienlandschaft? Ich meine den mit dem männlichen Nachnamen. Der, der immer Witze über Männer und Frauen macht.  Weißt Du welchen ich meine? Besagter Kerl öffentlichen Interesses echauffierte sich doch tatsächlich darüber, dass seine Freundin eine Übergangsjacke bräuchte und erzählte, sie wolle sich eine kaufen. Erinnerst Du dich? Und ich saß vor dem Computer, hörte das eingespielte Publikum lachen und fragte mich, warum dies eine geeignete Stelle zum Lachen wäre. Das ist höchst dramatisch. Die arme Frau besitzt keine Übergangsjacke.
Daran musste ich denken, als ich mich mich auf einmal in derselben Misere befand. Man stelle sich vor, es kommt Besuch und man kann ihm nichts anbieten. Entschuldige bitte, lieber Herbst, du kamst so unangekündigt. Hätt ich dich heut erwartet, hätte ich eine Übergangsjacke da. Ein nicht haltbarer Zustand. Ich gelobe Besserung. Versprochen.

Lustigerweise heißt der Schnitt, den ich mir ausgesucht habe „Gelato“. Vielleicht ist sie Ursprünglich als Übergangsjacke in den Sommer gedacht? Dann muss ich sie wohl nächstes Jahr nochmal nähen, da führt kein Weg dran vorbei. Der Schnitt ist aus der  CutNr.9 und ich bin ziemlich begeistert, einerseits von dem Schnitt, andererseits von der Nähanleitung. Alles passte aufeinander und dann noch die schönen kleinen begleitenden Bildcherchen. Ein Traum. Kann ich nur empfehlen.
Ich habe einen Flanell-Denim mit Stretchanteil aus der Tulpe vernäht, ein sehr schönes Stöffchen, ich hatte die Hoffnung, den eventuell noch imprägnieren zu können, hat da jemand Erfahrung?
Der Stoff muss aber unbedingt vorgewaschen werden, sonst kriegt man blaue Pfoten. Und unbedingt versäubern muss man den, der franst ganz schön.
Einzig mit den blöden Prymknöpfen zum reinschlagen hatte ich richtig Stress. Die wollten sich doch tatsächlich mit mir anlegen. Ich hab ja den leisen Verdacht, dass die einem die Methode mit dem Hammer so schwer macht, damit man sich die blöde Zange kauft.  Aber nicht mit mir, Freunde der guten Ideen!

Die Jacke lässt sich an drei Punkten, an beiden Schultern und am Hals mit Druckknöpfen schließen 

Die Jacke lässt sich an drei Punkten, an beiden Schultern und am Hals mit Druckknöpfen schließen 

 

Zum Glück ist heute Mittwoch. Vielleicht stolpere ich beim Stöbern durch die MeMadeGalerie über weitere Kleidungsstücke, die mir für den Winter fehlen.
Das ist zwar noch ein bisschen hin, aber so unvorbereitet dastehen, das ist dann ja doch ein bisschen unangenehm.

Last Minute Winterjacken Sewalong

Als ausübende und bekennende Tulpe im weltbesten Stoffladen der Welt, sehe ich aus meiner raumumfassenden Perspektive von hinter dem Tresen vor allem den Eingang und damit auch das Eintreffen von Tulpenbesuchern, die noch nie bei uns im Laden waren. Handtellergroße Augen, deren Ausdruck zwischen Faszination und heilloser Überforderung schwanken, der mich meistens dazu veranlasst mit einer sportlichen Hockwende über den Tisch zur Hilfe zu eilen. Denn ich kenne meine Hood. Ich kann dir Biobaumwolle bringen, von glücklichen Pflanzen, kann dich mit Elefanten bewerfen oder dir die Sternstoffe herunterholen. Möchtest du lieber eine sommerliche Ida, die ist gerade reduziert, oder lieber etwas Festeres? Ich hätte einen Eduardo unterm Tisch liegen. Komm, ich nehme dich an die Hand und wir gehen im Tulpenfeld spazieren.

Aber wie das so ist, mit dem eigenen Kiez. Man verlässt ihn nur, wenn man etwas braucht, was man dort nicht findet. Und ich brauchte nur eine Kleinigkeit. Für Möbel.
Und so stand ich selber mit handtellergroßen Augen, fasziniert und überfordert, in einer anderen Hood. Einer weitaus größeren Hood. Ich habe Stoff und Stil besucht, zum ersten Mal in meiner Nählaufbahn. Und habe meine Kleinigkeit gefunden. Und Inspiration. Für eine Winterjacke. (Nachdem ich mindestens eine Dreiviertelstunde händereibend durch die Gänge der Schnittmuster geeumelt bin)
Und frei nach dem Motto „Zusammen näht es sich besser als alleine“ stelle ich mich jetzt hinten in die Reihe der Sewalong Teilnehmerinnen, organisiert von Karin und Lucy beim  MeMadeMittwoch und freue mir einen Ast, dass ich es endlich mal geschafft habe, zwar mit den Armen rudernd und außer Atem, mich einzureihen um mitzumachen.

Es wird dieser Schnitt, das steht für mich fest. Aber das ist bis jetzt auch die einzige Festigkeit.Der Serviervorschlag im Herbstkatalog  gefällt mir ziemlich gut, aber das Gleiche nähen ist ja nachgemacht. Ich denke aber auch an einen Wollstoff, vielleicht Walk oder Loden oder etwas anderes, das Wind und Regen bis zu einem gewissen Grad trotzt und dabei auch noch schön aussieht und gut kombinierbar ist. Hat da jemand noch eine Idee? Auf jeden Fall habe ich Lust auf ein fancy Futter. Ich mag das, wenn man eine schlichte Jacke aufmacht und einem das Futter um alle Sinne fliegt.

Ich werde wohl noch ein-zwei Denkrunden drehen müssen und mal gucken, was bei den anderen Teilnehmerinnen (hier zu finden nämlich) auf dem Plan steht.

So wohnen wir Teil 3 - Das Schlafzimmer + Gewinnspielauflösung


Als erstes möchte ich mich für die lieben Kommentare bedanken, das hat mir die ganze letzte Woche sehr schön gemacht. Ich habe kleine niedliche Zettelchen gebastelt und auf diese Art und Weise die Gewinnerinnen ermittelt. Liebe Maze und liebe Ester, bitte meldet euch doch bei mir, am besten per Mail (gesehenundgesehenwerden@web.de) wegen der Adressen, dann kann ich die Magazine an euch versenden.


 

Das Schlafzimmer zeigt am besten den lustigen Stilmix zwischen meinen Möbeln und den Möbeln des Kerls. Während er die geradlinigen Sachen mitgebracht hat, das Bett, die Kommode, die Teppiche, kommen aus meiner Richtung eher die altmodischen Geschichten wie Sessel, Nachtschrank, Lampen. In meinem Kleiderschrank war natürlich kein Platz, ich habe mit Mühe ein Fach freimachen können und so war Max mehr oder weniger gezwungen sich eine Garderobe zu bauen, an der man Kleidung aufhängen kann. (Ein Bügelbrett besitzen wir nämlich nicht). Mit ein bisschen Baumarktshopping, hat er sich eine maritim anmutende Doppelreihige Kleiderstange gebaut. (Anleitung folgt auch noch). Seine Hemden haben Platz und ich muss nicht weiter aussortieren. Win Win also.

 

 

Zwischen Kleiderschrank und Bett hängt mein Flohmarktbild, welches aus Nerdgründen zu einem Akte-X-Fanartbild wurde
Das Bild über dem Bett hat der Kerl in Kleinstarbeit von einem Minischnipsel Vorlagenbild abgemalt. Er wollte es unbedingt haben, aber die Vorlage war so schlecht, dass man sich das nicht auf Leinwand ziehen konnte, also musste er es selbst malen. Es besteht hauptsächlich aus Punkten. Ich bin da eher so der expressive Maler, ich hätte nach drei Punkten den Pinsel in die Ecke geworfen und mir eingeredet, dass mir das nicht so wichtig ist. Geduld ist eine Tugend, nicht wahr….

 

 

 

 

 

Die Kommode gegenüber vom Bett war an sich eher unspektakulär. Bis zu dem Zeitpunkt, als Max sich einen Brenner im Internetkaufhaus bestellte. Jetzt ist sie besonders. (ist dieses Bestellen eigentlich eine Männerkrankheit?).

 

 

 

 

 

 

 

 

Über dem Spiegel neben der Tür hängt die Wasserhahnlampe  (Anleitung) und die Altbautür mit den kleinen Fensterchen eignete sich wunderbar, um einem Sherlockschatten dahinterzubasteln. Schwarze Klebefolie ahoi. Die Frage ist jetzt nur, wann ich Nachts aufwache und mich im Halbschlaf vor dem Schatten erschrecke…