Guaia Guaia

Sie leben auf ihrer Insel, Guaia Guaia, jeder der die Ehre hat sie anzutreffen, darf diese Insel mit ihnen bereisen. Luis und Elias heißen die beiden interessantesten Personen, die ich in letzter Zeit erleben durfte. Äußerlich und stimmlich sehr unterschiedlich doch musikalisch könnten sie nicht besser zusammenpassen.

Doch von Anfang an, denn jede Geschichte hat einen Anfang, und den sollte man nutzen, nicht wahr?

Ich war am Freitag den 01.07 auf dem Campus Open Air und auf der Flucht vor dem Mainstream, namentlich elektronische Tanzmusik, stieß ich auf diese wild zur eigenen Musik hüpfenden Gestalten. Der eine mit einer Posaune, schwang wild seinen Lockenkopf, der andere, bewaffnet mit einer E-Gitarre zuckte ekstatisch. Ein Bild für die Götter, mir blieb nichts anderes als stehen zu bleiben und mir das Schauspiel anzusehen. Gute Entscheidung.
Die Musik die die beiden machen, lässt sich als eine Art "Elektroragga mit Hiphop und Ska Einflüssen" bezeichnen. Inselmusik.


Politisch kritische, durchdachte Texte ohne erhobenen Zeigefinger, die einen entweder zum Nachdenken oder zum Tanzen anregen, abhängig davon, in welcher Stimmung man sich befindet.
Als sie darauf hinwiesen, sie hätten keine reichen Eltern und seien verarmte Künstler aber man könne sie mit dem Kauf einer ihrer CD's unterstützen, wars eigentlich schon klar, für sowas investiert man doch gerne.
Der Witz: auf der CD, nichts mehr zu hören von dem inseligen Laiensound, die CD ist sehr professionell produziert, was man auch sieht. Erstaunlich. Live klingen sie total anders als auf Platte.
Und das erstaunlichste: Man findet es immer noch gut!


Die beiden haben eine vergleichsweise große Internetpräsenz. Sie besitzen eine Website, eine Myspace-Seite und eine Facebookpage. Ihre vorhergegangenen CD's kann man im Internet über Itunes käuflich erwerben. Die Jungs haben Plan, mehr als man denkt....
Wenn man sie youtubed oder googled wird man schnell fündig und erfährt sehr interessante Details.


Luis (Links), Elias (Rechts)
Luis und Elias kommen aus dem Osten, haben sich gefunden und angefangen zusammen Musik zu machen. Man könnte sie als perspektivlos bezeichnen, keine Wohnung, keine Ausbildung, keinen Job. Ich bevorzuge den treffenderen Begriff "Lebenskünstler". Der Sommer 2011 ist der dritte, den sie als Musiker auf den Straßen Deutschlands verbringen. Sie lernen Leute kennen, machen Musik, schlafen irgendwo, machen Musik, Leben, machen Musik, scheinen glücklich zu sein.
Aktuell touren sie mit dem Fahrrad von Hamburg nach Grävenhain zum Melt Festival.

Die Kinder und Enkelkinder der zwei, werden tolle Geschichten hören dürfen.