Stadtoase

Berlin Tempelhof

ist nicht gerade das, was ich als

idyllisches Fleckchen Natur

bezeichnen würde. Vorallem nicht in der Nähe der Keksfabrik. Es riecht lecker, aber dann ist da das allgemein bekannte

schwedische Möbelhaus

und wer dieses schwedische Möbelhaus kennt, weiß, dass es sich gerne

in wenig bewohnten Industriegebieten

ansiedelt um in Ruhe Billys, Björns und Fjodalls auszubrüten (mit Ausnahme von dem Nest mitten in Hamburg-Altona, welches sich gerade im Bau befindet).

Und dann geht man so in Berlin Tempelhof spazieren, denkt sich nichts böses, außer

„wenn ich mal in Berlin Tempelhof spazieren gehe, dann kann ich ja auch mal auf das alte Flughafengelände gehen“.

Und dann geht man auf das Rollfeld und steht plötzlich in dem

bezaubernsten Gärtchen,

welches ein alter Flughafen je hervorgebracht hat.

Kleine Kisten aus

alten Zaunpfählen

oder anderem Gehölz,

wunderschöne Beete

, welche

liebevoll

und kreativ gestaltet wurden, dazwischen überall

Bänke und Tische

, die rufen: „

setz dich hin, nimm dir nen Keks, fühl dich wie zuhause“

Schallplatten, Badewannen, Fenster, Türen... Das alles gibt es zu entdecken wenn man auf den Pfaden wandelt.

Ein Bauspielplatz für Erwachsene

.

Guerilla Gardening deluxe

. Mehr

Kunst

als

Garten

.

Das Gelände ist inzwischen so riesig, dass eine Anmeldung erforderlich ist um mitzugärtnern.

Nicht aus Gemeinheit („du darfst mitmachen, du nicht, deine nase ist doof“) sondern damit

nicht

eines Tages die Bagger vor dem Garten stehen und entscheiden alles einmal

umzugraben

. Schade wärs drum.

Wir haben durch Zufall die

Veranstalter

(

Für mehr Informationen, werfe man einen Blick nach

hier

)

getroffen -das Dings hat sich bei der Gelegenheit gleich einen Mitgärtnerplatz gesichert- und erfahren, dass trotz der schönen Idee, die ja sehr großen Anklang findet und auch viele Besucher anzieht, man mehr geduldet als gewollt ist. Das ein Beispiel: Es wurde ein Hochsitz gebaut.

Der war zu hoch

. Also darf er nur aufgestellt werden, wenn die Veranstalter anwesend sind. Sonst ruht er mit der Nase im Gras auf dem Fußboden. Der Sinn hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen.

(Aber das hier sollte eigentlich kein „Ich rege mich über die Willkür der Behörden auf- Text werden)

Das Rollfeld ist ein Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen.

Ein Park ohne Bäume

. Auf den Wiesenfläche grillen Studentengruppen, türkische Großfamilien, Pärchen.

Auf den betonierten Rollfeldflächen gehen Spaziergänger spazieren, fahren Fahrradfahrer Fahrrad, Inlineskater inlineskates. Große Kites ziehen

mehr oder weniger gewollt

ihre Herrchen hinter sich her, Herrchen ziehen ihre

mehr oder weniger willigen

Hunde hinter sich her. Alles in allem ein sehr

stimmiges Gutfühlbild an einem Gutfühlort.

(Aber am meisten habe ich mich über zwei kleine Jungs gefreut, die fast ein wenig

verschämt

(gärtnern ist uncool) ihre

gerösteten und gesalzenen Sonnenblumenkerne eingepflanzt

haben.)