MMM Pulli Iris oder auch Interaktion mit dem Raps

Menschen die viel tun, neigen dazu zu denken sie seien unentbehrlich. Drei Jobs, ein Studium, ein Blog und ein Sozialleben ist gut machbar aber zeitaufwändig. Man behandelt sich selber ein wenig stiefmütterlich und irgendwann ist einfach genug. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal etwas für mich genäht habe.
Flucht an die Ostsee zu meiner Mama, im Gepäck die Nähmaschine und ganz viel Zeit für mich, fürs Nähen, fürs Schlafen, fürs Nichts.

Ein bisschen Fahrradfahren, ein bisschen Mensch-ärgere-Dich-nicht, ein bisschen im Raps hopsen.
Zurück mit selbstgenähter Kleidung, einer Stressabbau-Erkältung und einem etwas mehr gefülltem Energietank.

 

 

 


Der Pulli heißt Iris und ist von Schnittchen. Ich dachte ich gönn mir mal den Luxus, dass jemand einen professionellen Schnitt entwarf, den ich dann einfach, ohne groß nachzudenken, ohne mich zu ärgern, ohne auf Widerstand zu stoßen, zusammensetze. Dazu den Bordeauxroten Sweatshirtstoff und Baumwollstoff von der Tulpe.
Eigentlich ist der Pulli ohne Futter vorgesehen, aber ich hab das einfach mal dazugebastelt und die Kappnaht in der Kapuze dafür weggelassen.
Und das Dreieck auf der Brust hab ich auch weggelassen. Ich wollte keine dreieckige Brust.
Das Bündchen ist auch doppelt so breit geworden, wie vorgesehen. Mag ich lieber. Der ist nämlich eigentlich für kleine Menschen und ich bin ein großer Mensch. Das merkt man leider auch an den Ärmeln. Vielleicht bin ich auch Affenarmig. Auf jeden Fall nächstes Mal länger.

Aber ich bin begeistert, die Anleitung ist unheimlich schön erklärt und echt easy zu nähen. Sehr entspannend. Ohne geruckel und gezuppel, alles passt, nichts fehlt, nichts ist zu lang, zu kurz oder übrig. Ganz anders als die Schnitte aus der Nähzeitschrift mit den fünf Buchstaben. Oder gar meine aus den Fingern gesogenen.