Jedem sein Anlass

Der Tag der kleinen dicken Engel naht. So wie die Gebrüder Aldi Mitte September die gefährlich nahende Weihnachtszeit mit Gebäck einläuten, so wird im Internet direkt nach Weihnachten damit begonnen dem adoptierten und importierten rosaroten Feiertag die besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die nicht blutseigene Feiertage eben auch brauchen. 

 

 

 

 


 

 

Überall werden Herzchen ausgeschnitten, Herzchen gebacken, Herzchen geklebt, Herzchen beglitzert, Herzchen bepuschelt, Herzchen entstaubt, gewaschen, gecremt und gepudert, damit sie gut duften und nicht glänzen, an ihrem großen Tag. Der Anlass seiner ehrwürdig Angebeteten endlich mal ein extra für diesen Tag gezüchtetes Gewächs in die Hand zu drücken, seinem Hochgeschätztem bunte Zuckerstreusel aus dem Bauchnabel zu lutschenund sich gegenseitig ins Ohr zu hauchen, dass man sich schon mag - irgendwie, muss besonders zelebriert werden, man hat schließlich 365 Tage darauf gewartet.

 

 

 

 

Als bekennender Valentinstagsgrinch mangelt es mir nicht an einem Liebsten, wie manch ein Fuchs mir nach feurigen Hassreden zu unterstellen versuchte, aber sollte dieser Liebste am 14. Februar auf die Idee kommen, mir so eine arme parfümierte, entwurzelte Pflanze unter die Nase zu halten und selbstgedichtete Verse im Kreuzreim über mein seidig glänzendes Haar vorzutragen, dann sind wir keine Homies mehr.