Ballermann am Arsch

„Wenn sie an Müll denken, denken Sie an Akeem“  (Zitat aus dem Film „Prinz aus Zamunda“. Wer kennts? Wer nicht, dem sei er ans Herz gelegt) lässt sich gut auf Mallorca übertragen. „Wenn sie an Mallorca denken, denken sie an Ballermann“. Ich habe mich selber dabei erwischt, wenn ich gefragt wurde, wo es denn in den Urlaub hingeht, auf meine Antwort „Mallorca“ schnell ein „zum Wandern“ hinterherzuschieben. Als Antwort darauf, wissende Blicke und tanzende Augenbrauen: „Zum Wandern, ja klar“

Wir sind jetzt seit vier Tagen hier und ich sitze gerade auf der wunderschönen Dachterasse unseres Appartementes mit Blick auf bewaldete Berge, rund um die Uhr bimmelnde Ziegen und ein typisches mallorcinisches Dörfchen und wünsche mir einen mannshohen Sangriaeimer, den ich dem lauten, schwitzenden Klischee von Mallorcaurlauber in rosa Statementshirt um die Ohren hauen kann, dass die Strohhalme nur so fliegen. Dem bezaubernden kleinen Spanier, der uns seine Wohnung überlassen hat, war der Ballermann noch nicht einmal ein Begriff. „Ballermann? No, no se, never heard!“

Wer mir auf Instagram folgt, hat schon kleine Eindrücke des ersten Drittels unseres Urlaubs bekommen #ballermannamarsch. Mein Kerl und ich eiern seit Montag in unserer kleinen weißen Mietkutsche über die Insel und hopsen bei dreißig Grad von Steinen ins türkise Wasser, klettern leichtfüßig (Kerl) und weniger leichtfüßig (ich) über Felsen und brutzeln an verlassenen Stränden, bis wir nach Schnitzel duften.
Ich gebe zu, die Mallorcaurlaubsbilder in sozialen Netzwerken sind verstörend. Aber wer sich nicht beeindrucken lässt, die Partymeile großzügig umfährt, auf Strände im Norden ausweicht und in Dörfern in der Mitte der Insel wohnt, hat eine große Chance auf einen sehr erholsamen und entspannten schönen Urlaub.
Ich geh jetzt Tomaten essen. Die schmecken hier nämlich tatsächlich nach Tomaten.