Der Rattfratzfänger von Hamburg

Kennst du das, wenn man sich draußen von A(rbeit) nach B(ett) bewegt und seine Umgebung sehr genau beobachtet, weil man möglicherweise Teil davon ist und Rücksicht nehmen sollte? Nein? Ich schon. Zu deinem Glück.

Sicher, es reicht, wenn die Hälfte der Beteiligten umsichtig ist. Fürs erste. Und so stehst du da, Kevin-Johannes-Skywalker, auf meinem Fahrradweg, und versuchst ein animiertes Taubsi in eine animierte Plastikkugel zu bewegen und bist ebenso taubsi für deine Umwelt.

Versteh mich nicht falsch, ich bin absolut dafür, dass Menschen die Welt nach jahrelanger Abstinenz erkunden und entdecken, aber dann bitte mit allen Sinnen, neben dem puren Unsinn. Ich verstehe auch den Reiz des Sammelns, aber ich möchte mich nicht ungewollt in die Pokémonsammler-Jäger-position begeben.

Wie soll ich deiner Mama, die sich jahrelang bemüht hat, dich mithilfe von Kindersicherungen an Steckdosen, glutenfreien Keksen und Stoppersocken davor zu bewahren, dich in deinem kindlichen Übermut selbst umzubringen, erklären, dass das Selektionsprinzip Darwins nun doch zugeschlagen hat?

Die Welt da draußen ist gefährlich, Kevin-Johannes-Skywalker. Sie bietet mehr Gefahren, als die Möglichkeit über ein Controllerkabel zu stolpern und sich das Genick zu brechen. Vielleicht beherrschst du die Arenen und bist der Kingkong aller Pokémänner, aber du kannst nicht neu starten, wenn a wild Ann-Sophie aus dem Nichts auf ihrem Fahrrad appears und dich erst einmal umgenietet hat. Dann ist nämlich rattfratz Game over.