Gehört: Half Moon run

Die meisten Musikentdeckungen passieren aus purem Zufall. Auch meine neuste Liebe. Das große P hatte mich eingeladen, auf ein Konzert der kanadischen Band, die mir bereits als Vorband für Mumford & Sons oder als Act auf dem Dockville bekannt hätte werden können. Ist sie aber nicht. So kam ich völlig unvorbereitet in einen Genuss besonderer Größenklasse. Die vier allesamt auffällig attraktiven  Jungs entführten uns in die Sphären der bemerkenswerten musikalischen Höchstleistung mit Spiel, Spaß und Spannung.

Und während ich im Publikum meine Augen nicht von der Bühne bekommen habe, unfähig noch Anderes wahrzunehmen wurde ich in meiner eingeschränkten Fähigkeit zu Multitasken eines Besseren belehrt, was diese Gabe im Bezug auf n Part der männlichen Gesellschaft angeht. Denn keiner der Jungs hat neben dem permanenten Hüpfen und dem Fangen der auf die Bühne fliegenden Unterwäsche, die sich durch dessen Charisma quasi von selbst auszieht, weniger als drei weitere Aufgaben. 

Gehört: Rotzfreche Asphaltkultur

KLP, RAK, TOLL!

Übersetzt und in ganzen Sätzen: Ich war letztes Wochenende bei dem verrückten Dings im Wendland, auf der

Kulturellen Landpartie

(kurz KLP). Viel Kunst(handwerk), viel Musik, viele nette, interessante, verrückte Menschen aus dem Wendland. Ist jedem zu empfehlen, der ein bisschen

grün, öko, anti Atomkraft

und an

schönen Dingen interessiert

ist. Es war herrlich. Die Sonne war da. Wir haben die Schwalbe geritten. Und es war herrlich.

Dann war da noch

eine Gruppe von solchen, die einem sofort sympathisch sind. Weil sie barfuß laufen. Weil sie Dreads haben. Weil sie

wild

und

frei

und

nett

aussehen.Und weil sie Musikinstrumente haben und diese auf der Wiese auspacken. Hab ich schon gesagt, dass es herrlich war?

Diese lustigen Menschen sind ein Teil der

rotzfrechen Asphaltkultur (RAK)

. Diese besteht aus Künstlern und freien Menschen. Wer Lust hat mitzumachen, ist dabei,

Regeln sind eh doof

. Wer sich gerade mal irgendwo trifft, der spielt zusammen, nachdem abgeklärt wird, wer welche Lieder kann.

Die

Straße ist die Bühne

und diese wird dazu genutzt, einerseits zusammen zu musizieren und damit anderen Menschen und sich selbst eine

schöne Zeit

zu bescheren, andererseits Botschaften zu überbringen, Dinge klarzustellen, Ideen und Utopien zu übermitteln, zum

Nachdenken anzuregen

.

Akoustik-Rap

Das Besondere an der

Band

Gruppierung ist, dass sie schon seit

1978

besteht (sie wurde im

Zusammenhang mit der Anti-Atomkraft-Bewegung

gegründet, wie sich

recherchieren ließ (klick)

) und die Mitglieder so zahlreich sind, dass sie nicht klar zu benennen und wahrscheinlich noch schwieriger alle gleichzeitig an einen Ort zu bekommen, sind. Ihrem

Versuch sich selbst zu erklären

(klick) lässt sich entnehmen dass sie 

"Homo- und Transphobie Scheiße finden, genauso wie Sexismen, Lookism, Normativität im Ganzen, Hierarchien und Herrschaft, den Staat und das Schweinesystem. Sie würden gerne den Kapitalismus loswerden und versuchen, ihn nicht mit platten Floskeln wegzureden."

"Gut"

finden sie: "

Konsumkritik und reflektierten Konsum. Generell ist die Reflektion des eigenen Denken und Handeln ein großer Bestandteil des geistigen Vorankommens auf vielen Ebenen."

Wir haben 7 von ihnen gesehen.

Freigeiste. Querdenker. Nachdenker

. Schöne Musik. Ernste Musik.

Wahre Musik.

Leider findet man nicht viel von deren Musik im Internet. Weil sie

spontan

ist.

Musik für den Moment

. Weil sie so viele sind. Es ist aber eine wahnsinnig tolle und schöne Energie und Stimmung.

Quelle

Aber falls man sie trifft, zufällig, kann ich nur empfehlen sich hinzusetzen und ein bisschen zuzugucken.

Oder zu tanzen.

Für mehr Infos gehts

hier

oder

hier

lang

Gehört: Liedfett

Aus Hambuuach kommt man, und so sssnackt man auch. Derbe Liedfett Digga!

Die drei Jungs haben sich anscheinend vorgenommen mit ihrem Akoustikgitarrensound die Welt zu erobern, wenn man sich mal den kometenhaften Aufstieg von unter-dem-Untergrund bis über-Undergroundmäßig-angesagt anguckt. 2007 gründeten sie sich und haben schon eine beachtliche Auftrittschronik zu verzeichnen. Während ich mich runterscrollenderweise auf ihrer Website darüberwegbewegte konnte ich mindestens siebenmal "Festival" lesen und sie auch oft in einer Zeile mit bekannteren Musikgeschichten wie "Ohrbooten" oder "Die Rakede" finden.

Liedfett: Daniel, Lucas und Philipp,   Quelle

Liedfett: Daniel, Lucas und Philipp, Quelle

Aber ich finds ehrlich gesagt nicht weiter verwunderlich. Das ist astreine Duschmusik. Und das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Bei mir muss Musik gewisse Eigenschaften mitbringen um den Status Duschmusik zu erlangen. Erstmal... muss sie auf jeden fall gude Laune machen, sodass ich morgens das verstörende Nass auf  meiner Haut verkraften kann. Dann muss sie textlich ein wenig abgedreht sein, sodass nicht der Anspruch besteht, den ganzen Text mitzubekommen und in seinem Herzen zu bewegen, damit ich auch meinen Kopf inklusive Ohren (und Wasserrauschgeräusch) duschen kann.(Aaaaber, die Musik IST trotzdem gesellschaftskritisch und tiefsinnig und hastenichtgesehn, das will ich hier nur mal anmerken)

Und dann muss sie tanzbar sein. (wofür ich das jetzt unter der Dusche brauche, weiß keiner und ich auch nicht). Außerdem ist das Hamburgerische Musik und ich bin bekanntermaßen ja Lokalpatriotin.
Der letzte und wichtigste Punkt natürlich: Man eyy, die sind voll cute ey. Ich hab mich mal spontan in den einen mit der Lippe schockverliebt. Weil man das so macht als frisch selbsternanntes Groupiegirly.

Hörste rein, Blinde Kuh!