Gemüse mit Charakter - Culinary Misfits

Ja, auf die

inneren Werte

kommt es an. Trotzdem wollen

unvollkommene Menschen perfektes Gemüse und Obst

. Geht ja auch nicht, wenn die

Banane zu gerade

ist, um in die Bananendose zu passen. Oder eine Karotte mit

zwei drei vier fünf Beinen

. Wo gibts denn sowas?

Gibt es, wird nur nicht im regulären Handel verkauft. Warum? Weil

irgendein wichtiger Mensch

zu irgendeiner Zeit beschlossen hat, dass

einbeinige Karotten die Norm

darstellen und mehrbeinige Karotten

nicht das Recht auf Inklusion

haben. Aber wie es auch im Bezug auf Menschen, die nicht der "Norm" entsprechen, andere gibt, die sich um Gleichstellung bemühen, gibt es auch

Gemüseretter

, die versuchen, das

Charaktergemüse

an den Mann zu bringen. "

CulinARy MiSfiTS - Esst die ganze Ernte

" heißt das kleine Unternehmen von Tanja und Lea:

 "

Essen ist ein Genuss. Essen ist ein Erlebnis, das uns Kraft für den Tag gibt. Manchmal vergessen wir wo unser Essen herkommt.

"

sagen sie in ihrem

Video.

Und das stimmt. Ich ertappe mich selber oft dabei, wie ich vor dem Gemüseregal stehe und nach kleinen

Makeln in der Paprika suche

. Aber auch

Makelpaprika will gegessen werden

.Was kann die Paprika für ihre Form oder Farbe? Was kann die Paprika für jemanden, der unvorsichtig mit ihr umging und nun hat sie eine kleine Delle?

Noch fahren Lea und Tanja herum, mit einem kleinen Wagen, stehen auf Märkten oder machen das vegetarische Catering bei kleinen und großen Veranstaltungen. Alles aus

unternehmerischer Sicht nicht verkaufbarem Obst und Gemüse

. Bald soll es einen Laden geben. In Berlin Kreuzberg oder Neukölln.

Hier

geht es zu einem Rezept für ein Karottengrün-Pesto. Ich werde testen und berichten.

Kunstvoll einlochen

Einer

hupt

, einer

schraubt

und der dritte steht mit lockeren Knien und festem Griff am Schläger und schielt konzentriert zu seinem Ziel, aka

kleine Einbuchtung im Boden

. Hat sie sich ausgedacht?

Hat sie nicht!

Und nein, das ist auch kein Phänomen welches man (ausschließlich) bei Menschen, welche sich in Psychologischer Betreuung befinden beobachten kann.

Es nennt sich Minigolf.

Und

nicht

dieses, welches man mit

verstaubten Urlaubsorten

mit einem überdurchschnittlich hohen Wert an Rentnern in Verbindung bringt, welche in

besockten Füßen

, die in Adiletten stecken von Bahn zu Bahn schlurfen, sondern solches, wo die

hippe Berlinerschaft

, oder die

familiäre Berlinerschaft

oder die

man-setze-Adjektiv-ein Weltschaft

eine mehr oder weniger

ruhige Kugel

schiebt.

Dass ich vom Rollfeld in Berlin-Tempelhof beeindruckt bin, ist kein Geheimnis und meine

Begeisterung stieg

mit der Entdeckung dieser Minigolfanlage

exponentiell

. Das Fandasein, dass ich friste, hat die gute Eigenschaft, dass ich mich in den höchsten Tönen darüber auslassen kann, was ich hiermit durchaus vorhabe.

18 Bahnen gibt es, von 18

unterschiedlichen internationalen Künstlern

gestaltet. Dass bei den Desings mehr Augenmerk auf die

ästhetische

, als auf die

praktische

Funktion gelegt wurde, wurde mir spätestens klar, als ich vier Kinder beobachten durfte, von denen drei lustig die Schläge zählten

(43, 44, 45....)

und der vierte frustriert und ziellos auf seinen Ball einschlug. Aber

geschenkt

... Ganz im Ernst, wer sich auch nur minimal für

verrückte nachhaltige Kunst

interessiert, dem empfehle ich beizeiten einen Besuch. (Wer ungeschickt ist und

nicht so übermäßig strapazierbare Geduldsfäden

besitzt, der kann ja nur den Anblick genießen, oder mit interaktiven Eingriffen (Wasserpumpe, Tischfußballspieler, Drehdingenskirchen yey) die Spieler

bei Laune halten

)

"Das Projekt thematisiert

ökologische Zukunftsfragen

und unser künftiges Verhalten zur Natur. [...] Verwendet wurden

Recyclingstoffe

bzw. solche, die recyclingfähig sind. Die Energie wird zum Teil bereits durch

Sonne

und

Wind

erzeugt. Bald soll die gesamte Anlage autark durch selbst erzeugte Erneuerbare Energie versorgt werden" (

Quelle

)

Ist auf jeden Fall ne top Idee, mit top Umsetzung und ziemlich hohem

Spaß- sowie Kunstfaktor

.

Liebe Uni, was ist da los?

Nachhaltigkeit, ein ganz wichtiges Thema. Wir doofen Studenten sollen von der Uni der Nachhaltigkeit gelehrt werden. Dazu sollen wir jede Woche einen Lerntagebucheintrag verfassen, was wir denn so in der Vorlesung mitgenommen haben.

Zum Thema Nachhaltigkeit

.

Quelle

Doch die Frage die ich mir stelle: Ist es nicht

paradox

, von einer Universität, die Nachhaltigkeit predigt, zu verlangen, dass jeder der 1800 Studenten sich das 180 Seiten umfassende Skript ausdruckt? Wenn man das einmal hochrechnet - ich gehe davon aus, dass keiner doppelseitig ausdruckt, das wäre zu nachhaltig, außerdem gehe ich natürlich von dem Idealfall aus, dass jeder dieser 1800 Studenten brav seine Hausaufgaben macht, sich also jeder diese 180 seiten ausdruckt - dann wären das

324 000 Seiten

, die allein für das „Wissenschaft trägt verantwortung – Skript ausgedruckt werden sollen. Nehmen wir mal an, normales Druckerpapier ist 0.1 mm dick, 100 Blatt also 1cm,

dann wäre der Stapel der ausgedruckten Skripte der gesamten Studentenschaft 3240cm hoch, also 32,4m. Im vergleich: der Libeskindbau der Leuphana Universität, soll 37m hoch werden

. Also kann man sagen: die Studenten der Leuphana Universität sollen auf geheiß der Universität – und zwar nur bezogen auf die Vorlesung „Wissenschaft trägt verantwortung“ einen Papierstapel ausdrucken, der fast so hoch in den Himmel reicht, wie der Bau des neuen Gebäudes der Universität.

Dann kommt noch Statistik und Mathematik dazu. Übungsaufgaben, die jeder im Tutorium ausgedruckt dabei haben sollte. Ca 2/3 der Studenten haben jeweils das Fach Mathematik oder Statistik, manche beides. In Statistik ist dieses Aufgabenskript

18 Seiten lang

. Druckt sich jeder dieser 2/3 der Studenten das Aufgabenskript aus, also 1200*18, kommen von der Statistikfront nochmal 2,16m auf den Papierturm hinzu. In Mathematik sieht das alles sogar noch schlimmer aus. Um

die 300 Seiten

Papier sind den fleißigsten aller Studenten bereitgestellt, um sich flächendeckend auf die Mathematikklausur vorzubereiten. Das sind, voila,

nochmal 36m der Mathematiker.

32,4m + 2,16m + 36m = 70.56m!

Es lässt sich dazu sagen:

Die Universität verlangt von den Studenten des ersten Semesters in dem es um Nachhaltigkeit geht

(ja ich kann es nicht oft genug sagen), dass sie einen Papierturm ausdrucken (und jetzt nur bezogen auf die wichtigsten und grundlegendsten vorlesungen, in alle Seminare habe ich leider keinen Einblick),

der so hoch ist wie die Queen Mary 2!

Liebe Uni, was ist da los?