Game Ove

Quelle

Ove Thomsen kommt ursprünglich aus Nordfriesland und das hört man auch. Er schnackt und singt platt (nicht immer, aber er hat die Fähigkeit dazu) aber auch hochdeutsch mit Norddeutschem Einschlag. Oft spielt er auf

Poetry Slams

, aber ich hab ihn auch schonmal auf der Straße spielend gesehen

wie schonmal berichtet

. Der  Solokünstler ist auch manchmal in großer Gruppe anzutreffen. Die Lieder des 22-Jährigen sind lustig, tiefsinnig, blödelig, verrückt, realitätsnah. Meist begleitet er sich selbst mit seiner Gitarre oder eben von seiner Band mit immer wechselnder Besetzung.

Aber ob allein oder mit mion Leuten, wer die Möglichkeit hat, Game Ove mal live zu erleben, sollte sich das unbedingt mal antun.

Wer nicht, der kann sich

hier, auf seiner Internetseite www.gameove.de

ein paar Lieder anhören oder sich folgendes Video angucken:

Poetry Slam

Wer von der Schönen zu scheiden verdammt ist,
Fliehe mit abegewendetem Blick!
Wie er, sie schauend, im Tiefsten entflammt ist,
Zieht sie, ach! reißt sie ihn ewig zurück... (aus Pandora, Goethe)

Meine Omi zitierte gerne Gedichte.... Lyrik? Veraltete Sprache, meist kitschig und eine versteckte Message, die man sich im Deutschunterricht in Gedichtinterpretationen zusammenreimen durfte. Ich als ehemalige Deutschleistungskurslerin hatte damit mehr als genug Spaß. Jetzt bin ich aus der Schule raus....
Und wer sich nicht unbedingt in seiner Freizeit freien Willens damit beschäftigt, kommt so schnell nicht wieder in den Genuss solcher Ergüsse. Es sei denn.....

Gesehen in Sankt Pauli

...man begibt sich in den lyrischsten Untergrund der Stadt. Poetry Slam. Mittlerweile sind Slams ziemlich verbreitet und wer alternativ ist, oder sich zumindest für einen Alternativen-Szene-Menschen hält, für den ist so ein Event ein Muss. Und ein wahrer Genuss. Das kann ich zumindest aus eigener Poetry-Slam-in-Hamburg-Erfahrung sagen.

Folgenderweise läuft sowas ab: Es gibt zwei Runden. In der ersten Runde treten eine gewisse Anzahl Poeten gegeneinander an. Meist zwischen 6-10. Jeder trägt einen aus der eigenen Feder stammenden Text vor. Das Publikum stimmt ab, wer in die Zweite Runde kommt, entweder durch klatschen (der, der den lautesten Applaus bekommt, kommt weiter) oder durch eine unparteiische Jury, welche Punkte vergibt.
In der zweiten Runde treten die Finalisten nochmals gegeneinander an, natürlich mit einem anderen eigenen Text. Der Gewinner hat gewonnen.... (Ähm ja logisch)

Ursprünglich kommt das Veranstaltungsformat, wie man es heute kennt aus Chicago, wo der amerikanische Performance-Poet Marc Kelly Smith im The Green Mill anfing regelmäßige Poetry Slams zu veranstalten. Erstmals 1986. Diese finden dort übrigens auch noch heute statt.

In Hamburg, man sagt Hamburg ist die Hochburg der Poetry Slams, gibt es fast jede Woche eine solche Veranstaltung. Empfehlen kann ich persönlich vorallem den Bunker Slam, bei dem regelmäßig Slam Größen aus allen Regionen auftreten. Zu gut.

Die Texte sind weder verstaubt, noch sprachlich schwer zu verstehen. Meist lustig, sozialkritisch, hinterfragend... Beispiele geb ich doch mal gerne (Ich hab so gelacht....):

Marc Regnier Hübscher, "Ich werde gesagt haben.... Hab ich doch gesagt!"